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Samsara Blues Experiment - Demo 2008





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Eigenproduktionen


Samsara Blues Experiment (Demo 2008)
Von Rebecca Enzinger


Eigenproduktion
V.Ö. August 2008
Bandpage
Spielzeit: 21:26
Stil: Heavy Psychedelia

Lohnarbeit tötet jeden kreativen Gedanken. Man mag es sich lange Zeit nicht eingestehen, aber es ist so. Was auch immer man an Phantasie in irgendeinem Reservoir gespeichert hatte, es vertrocknet. Manchmal bedarf es ein bisschen Musik, um es wieder zu beleben. Und ein bisschen Zeit, es in Worte zu fassen. Nehmen wir zum Beispiel dieses kleine, feine, zwei Song starke Demo von Samsara Blues Experiment. Deren flächige, mächtig psychedelische Soundcollagen verleihen den Dingen des Alltags etwas Surreales und zwar ohne dass man sich zuvor mit einer Ladung was-weiß-ich-was das Hirn vernebelt hat. Musiker, deren Sound sich irgendwie mit dem Stoner-Etikett bekleben lässt, werden ja oft gefragt, ob sie unter dem Einfluss von Drogen stünden. Die Frage verrät den phantasielosen Vollidioten. Nicht, weil es ein Problem wäre, Leute auf ihren Drogenkonsum anzusprechen, sondern weil es die Erfahrung auf bloßen Lifestyle reduziert. Drogen nehmen kann jeder Depp. Ich jedenfalls weiß, was ich tun möchte, wenn Songs wie Singata und Double Freedom in meinem Ohr klingen: fest verkabelt, von dicken Kopfhören gegen jede unliebsame Einmischung seitens der Mitbürger geschützt durch die Stadt laufen und mich an all den wundersamen Dingen erfreuen, die der Mensch in den 120.000 Jahren seiner Existenz geschaffen hat. Alltag wird zum Mysterium. Strassen, die ich eigentlich kenne, gaukeln mir irgendein Geheimnis vor. Gebäude, an denen ich jeden Tag vorbei laufe, wirken plötzlich größer, fremder, als sähe ich sie zum ersten Mal. Ein dreibeiniger Hund sieht mich mit feucht glänzendem Blick an. Er scheint fröhlich zu sein, als er mit leuchtenden Augen einem von Herrchen geworfenem Stock hinterherjagd. Ich weiß nicht, warum mir der Anblick so nahe geht. Über mir am Himmel türmen sich fette weiße Wolkenberge. Und in meinen Ohren rollen die Riffs dem jüngsten Tag entgegen, auf der Suche nach dem letzten Geheimnis. Verträumte Sitarklänge, tiefer gestimmte Gitarren, in einem hypnotischen Auf- und Abschwellen, dem Kreislauf des Lebens nicht unähnlich. In der tranceähnlichen Wiederholung der Melodien liegt ein dunkles, aber entspannendes Moment. Ich möchte darüber schreiben, aber nie sind Stift und Papier zur Hand. Ich liege immer nur auf dem Rücken und träume von großen, mächtigen, von überwältigenden Dingen. Naturgewalten. Sex. Rausch. Einem Leben ohne Arbeit, das nur aus Musik besteht und dabei zu beobachten, wie das Wetter sich ändert.

Es bleibt zu hoffen, dass die Arbeiten zum Album gut vorangehen und sich bald ein Label findet, das die drei Jungs unterbringt. Und das die Vocals etwas mehr Zuwendung erfahren. Denn während die Songs in ihrer Struktur sehr rund wirken, klingt der Gesang etwas lieblos drübergenudelt. Als hätte jemand mit einem sterbenden Mikrofon gekämpft. Da bedarf es noch etwas - und hier ist es wieder, das schreckliche Wort - Arbeit.

7,5 von 10 Punkten



Tinnitus Bewertungsskala:
0-2 Müll! 3-4 Gerade noch hörbar 5-6 Mittelmaß 7-8 Gut 9 Spitze 10 Perfekt
 


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