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Caesars Rome - 24.03.10

Von Manuel Bürgel

Caesars Rome, das sind vier Walliser Namens Jonathan Hopkins (Gitarre / Gesang), Kyle Smith (Gitarre), Richard Berry (Schlagzeug) und Ashley Cocco (Bass). Im Februar wurde deren Erstlingswerk The Company We Keep auf Superball Records veröffentlicht und fand nicht nur bei mir großen Anklang. Um so erfreulicher ist es, das ich die Chance auf ein Interview mit dem Frontmann des Quartetts, Jonathan Hopkins, hatte. Wenn dieses Interview nicht so ganz die Dynamik und den Verlauf eines richtigen Gesprächs hat, dann liegt das an dem Umstand, dass es per Email geführt wurde und so die Chance zur Reaktion auf Gesagtes nicht gegeben war. Dennoch wird man Interessantes erfahren über eine Band, die es verdient gekannt - und vor allem gehört - zu werden.





Nachdem ihr nun erfolgreich euer Debütalbum veröffentlicht habt, was steht als nächstes auf dem Plan?

Für uns ist auf jeden Fall angesagt das Album so viel wie möglich zu betouren! Wir haben großartige Reaktionen darauf bekommen und würden gerne daran anknüpfen, indem wir in so vielen Ländern wie möglich spielen. Wir wollen unbedingt, dass die Leute die ganze Caesars Rome Energie auf unseren Livekonzerten spüren.

Sind auch Konzerte für Deutschland geplant?

Momentan sind wir dabei Shows für Deutschland und den Rest Europas zu buchen, was dann im Sommer, hoffentlich schon so gegen Juni sein wird. Wir haben uns hingesetzt und unsere Köpfe zusammengesteckt um mit so vielen Leuten wie möglich in Kontakt zu treten, damit das Ganze möglich wird.

Was macht ihr so neben der Band? Werdet ihr genug Zeit haben um ausgiebig zu touren?

Wir haben alle Teilzeit-Jobs: Ich versuche in meinem täglichen Leben möglichst viel mit Musik zu machen, helfe in einem Studio aus und bin dadurch eigentlich jeden Tag von Lärm umgeben. Der Rest der Jungs ist in der Gastronomie. Sie arbeiten alle für Restaurants, entweder als Bedienung oder als Koch. Die Band hat jedoch Priorität und ausgiebiges Touren steht ganz oben auf der Liste, wir haben alle viel Zeit und Mühe in unsere Musik gesteckt und nichts wird uns davon abhalten unterwegs zu sein.

Wie schreibt ihr eure Lieder? Ist da eine Art Mastermind hinter all dem, oder sind alle Bandmitglieder gleichrangig am Komponieren beteiligt?

Also, The Company We Keep basiert zu einem Großteil auf meinen Ideen. Ich hatte diese Ideen sofort im Kopf und wusste in welche Richtung sich die Songs entwickeln sollten, bevor ich sie mit zu den anderen Jungs in den Proberaum brachte. Zuerst habe ich allerdings akustische Demoaufnahmen davon gemacht.
Auf der anderen Seite sind ein oder zwei meiner Lieblingslieder auf der Platte durch Jammen enstanden - spontane Tracks sind immer sehr aufregend!
Wir sind eine Band, die niemals mit dem Schreiben aufhört, wir halten ständig Ideen fest, denn man kann nie zu viele Songs haben!

Die Texte auf The Company We Keep handeln überwiegend von Freundschaft und menschlichen Beziehungen. Vertreten Caesars Rome darüber hinaus auch politische Standpunkte?

Nicht als Band, wir lassen unsere politischen Ansichten außen vor. Ich verarbeite so etwas lieber nicht in Texten, da gibt es viele andere Wege dies zu tun. Wir vier haben alle sehr unterschiedliche politische Ansichten und ich denke es wäre unfair, wenn einer seine Standpunkte ausdrückt, ohne dass die anderen dem zustimmen.

Ihr seid aus Wales, wie sieht die Musikszene dort aus? Gibt es dort einen Schwerpunkt auf einer bestimmten Art von Musik?

In der Musikszene in Wales blühen ganz unterschiedliche Talente auf und für so eine kleine Gegend gibt es ein echt breites Angebot von wirklich brillanten Bands. Viele der etwas erfolgreicheren Bands fallen in die Alt / Rock Kategorie, dennoch denke ich, dass Wales auf ganz unterschiedlichen Ebenen musikalisch was zu bieten hat. Leider kommen in diesen Tagen in Großbritannien nicht so viele Leute zu den Shows und wir wissen nicht ob das etwas mit der Finanzkrise zu tun hat, oder ob die Leute einfach nur faul sind! Vorbei sind die Tage, wo man eine brandneue Band noch live entdeckt hat, es läuft alles über das Internet heutzutage.

War es hilfreich für euch mit Funeral For A Friend befreundet zu sein?

Die Jungs von Funeral For A Friend sind wirklich großartig, die haben uns viele, viele Ratschläge gegeben und wir können uns glücklich schätzen, dass wir an zwei ganz besonderen Gelegenheiten die Bühne mit ihnen teilen durften. Ich denke, dass es für eine Band wie uns ungemein lohnend ist mit einer solch erfahrenen Band befreundet zu sein und dass wir in dem Erreichten aufblühen können.
Außerdem sind das alles wirklich nette Leute und es ist schön mit anzusehen, dass sie trotz all der weltweiten Reputation noch so bodenständig sind. Ich drücke meine Daumen, dass wir mit diesen Jungs touren können!

Gibt es noch andere Bands mit denen ihr gerne mal auftreten würdet?

Bei der Menge an Bands die es da draußen gibt würden wir wirklich gerne auftreten mit Thrice, Brand New oder auch unseren Labelkollegen von Oceansize und Six Gallery.

Bitte erzählt uns etwas über eure musikalischen Wurzeln und über andere Bands, die euch beeinflusst haben!

Also als ich mit dem Musikmachen angefangen habe, stand ich extrem auf Punkrock und habe viele der amerikanischen Bands wie The Ataris oder No Use For A Name verehrt. Als ich dann mit der Musik gewachsen bin, hat sich mein Geschmack auf so ziemlich alles ausgeweitet. In meiner Kindheit hörte man bei mir zuhause ständig so Sachen wie Level 42, und ich würde mich auch auf jeden Fall ein 80er Jahre Popper nennen. Außerdem werde ich wohl gerade der am-meisten-hinter-der-Zeit Beatles Fan auf der Welt. Ich blicke mit Ehrfurcht auf diese Band und bin irgendwie schockiert zu sehen, dass sie mich musikalisch inspirieren, gerade in der letzten Zeit.
Ich würde sagen, dass wir als Band stark von den Melodien und Hymnen von Gruppen wie Jimmy Eat World geprägt sind, doch momentan sind es wohl Thrice, die an vorderster Front unserer musikalischen Einflüsse stehen.

Und zu guter letzt: Was sind eure Lieblingsplatten aus 2009?

Generell: Thrice. Beggars, was ein Album!
Manic Street Preachers - Journal For Plague Lovers
Russian Circles - Geneva
Muse - The Resistance

Vielen Dank für das Interview!



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