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Reviews


Cats On Fire - Our Temperance Movement
Von Lennart Thiem


Cargo Records
VÖ: 22. 05. 2009
Bandpage
Spielzeit: 39:06
Stil: IndiePop

Es wäre schön, wenn man in Zukunft Vergleiche zwischen den Cats On Fre und The Smiths unterlassen könnte. Denn nicht nur, dass Menschen, die The Smiths nicht mögen, die Band dadurch aufgrund ihres Irrglaubens sträflicherweise missachten könnten, auch The Smiths Fans, die eifersüchtig über die Einzigartigkeit dieser wachen, haben oftmals nicht viel für vermeintliche und als solche verkaufte Epigonen übrig.
Außerdem ist Our Temperance Movement ein Album, bei dem man sich ziemlich schnell im Klaren sein dürfte, ob und wie man es mag, und das auch ohne große Referenzen. Entweder, man hat etwas übrig für großartige Melodien in unwahrscheinlicher Dichte, für ein ausgefeiltes Songwriting, das sich von Detail zu Detail weiterentwickelt und Aufmerksamkeit erfordert, oder eben nicht. Dabei sind die Stücke keineswegs sperrig, Horoscope zum Beispiel kann mit catchy Melodien für jedes Instrument aufwarten, der Gesang ist wohlakzentuiert zweistimmig und der Text wirft sogar Slogans ab. I'm not a fool who buys bottled water, solch eine Zeile mag sich gerne musikalisch geschmackvoll gerahmt vortragen lassen. Überhaupt ist Mattias Björkas Gesang perfekt in Szene gesetzt, leicht kehlig bestimmt er das gefühlte Tempo der Stücke. Und man hört gerne zu, um sich, während man den Texten Beachtung schenkt, vom wunderbaren Spiel verschiedener Saiteninstrumente überraschen zu lassen.
Was diese anbelangt, ist jedes Stück auf dem zweiten Album der Finnen ein Lehrbeispiel songdienlicher Zurückhaltung bei gleichzeitiger Spielfreude. The Steady Pace zum Beispiel besitzt eine gepickte Gitarre, wie sie treffender nicht sein könnte. Gleiches lässt sich allerdings für die restlichen Stücke sagen, denn Our Temperance Movement ist ein Gitarrenalbum, zwar keineswegs ein Rockalbum (es fehlen Soli und Riffs), doch dennoch vollkommen dominiert von verschiedenen Varianten des Instruments (sehr schön in dieser Hinsicht: The Borders Of This Land).
Die Tiefe der Arrangements lässt das Album insgesamt weniger leichtfüßig als seinen Vorgänger wirken, dazu trägt auch bei, dass sich kein eindeutiger Hit wie White Mantled King finden lässt, was sich aber dadurch, dass es diesen Song bereits gibt und die Band offensichtlich um Verfeinerung bemüht war und diese auch erreicht hat, leicht verkraften lassen sollte. Wer also etwas für Perfektion in Sachen Popmusik und Melancholie übrig hat, braucht keine weitere Empfehlung dieses Album betreffend, solange er oder sie keinen Tweepop erwartet. Denn Indie-Niedlichkeit lässt sich in den Texten selten finden, es geht oftmals recht abschätzig zu, teilweise gar verbittert.
Ein in jeder Hinsicht angenehm homogen wie auch vielschichtiges Album.

8,5 von 10 Punkten



Tinnitus Bewertungsskala:
0-2 Müll! 3-4 Gerade noch hörbar 5-6 Mittelmaß 7-8 Gut 9 Spitze 10 Perfekt
 


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