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Souterain Transmissions
VÖ: 28.05.2010
MySpace
Spielzeit: 61:40
Stil: Beach Boys-Pop
Zu Beginn der Hochmut, durch den Fleischwolf des Naheliegenden gedreht und ausgespieen als genau das zu Meidende: Vor den allgegenwärtigen Beach Boys wurde ich als Einstimmung auf Monster Head Room, dem zweiten Album einer Band aus Portland, gewarnt und ich war dementsprechend willens, dem Sog zu entrinnen. Dabei ist es heutzutage keine großes Privileg, die Beach Boys im Herzen zu tragen und sich vor der Meisterschaft Brian Wilsons zu verbeugen, und wie das psychedelische Element inzwischen schon/mal wieder obligatorisch geworden ist, so scheint der Weg zur Quoten-Beach Boys- Reminiszenz nicht mehr weit. Und warum auch nicht, ist das visionäre Genie des immer Kind Gebliebenen unter den Propheten der großen Pop-Melodien und seiner teils teuflischen Mitmusiker (besondere Erwähnung verdient zweifelsohne Mike Love) doch längst Kulturkanon zwischen Oldie und Abgrund, Pop-Geschäft und -Geheimnis.
Das Geheimnis der Ganglians auf Monster Head Room ist, dass sie der grassierenden Beach Boys- Affinität die Krone aufsetzen und den Klang eines ganzen Albums nach Beach Boys ausrichten. Sie probieren sich an nichts Geringerem als am eigenen Pet Sounds, in der Hoffnung, dass es nicht ihr Smile wird. Natürlich weist die bloße Faktizität der Platte, die gerade unser Gegenstand des Interesses ist, in Richtung Pet Sounds, während der Sound größtenteils um die Zeit beider Alben changiert. Und was finden wir für hundert Beach Boys- Puzzlestücke: Die mehrstimmigen Gesänge, mit inbrünstiger Wehmut vorgetragen, selbst der Charakter der Stimmen klingt nach Beach Boys, Ansätze der konzeptuellen Detail- Versessenheit Brian Wilsons: So heißt der A-Capella-Albumopener (bei den nicht eben seltenen reinen Vokalstücken der Beach Boys selbst raunen Bewunderer da zumeist irgendetwas Religiöses...) Something Should Be Said, während das letzte Stück den Namen Try To Understand trägt und sich in einen A-Capella- Kokon mit vielen langen Silben und quengelten Gitarren einigelt: "Tell me what you want/ tell me what you need/ and I'll do it for you" Nicht untypisch: Einfache Botschaften. Des weiteren: Die klaren, quenglig surfigen Gitarren (schöne Pirouetten schlagend: Cryin' Smoke), Gerassel und Gebimmel im Sinne Dennis Wilsons anstelle vom Rockschlagzeug, siehe Candy Girl, ein Name, der per se schon in das Oeuvre der Beach Boys gehört hätte, und der selbst eine etwas alberne, sporadische, tiefe Stimme, Naturgeräusche und Kindermelodien enthält, die psychedelische Seite der Beach Boys. Selbst im Experimentieren mit Sounds klingen die Ganglians nach ihren Vorbildern, wenn im schrägen, fast siebenminütigen Vallent Brave Wellen rauschen (vielleicht ein Smile-Outtake?), in To June zur Steelguitar die Vögel zwitschern oder die Ganglians in The Void (Surrender to the void?) ihre Stimmen kreuz und quer pitchten. So hat nahezu jeder Song etwas Besonderes (mindestens in Bezug auf Beach Boys) zu bieten, der größte Hit findet sich aber außerhalb des eigentlichen Albums: Der Bonustrack Blood In The Sand, dessen laid-back Coolness rockt (die Gitarre!).
Das hohe Niveau ist offensichtlich, die Lehrer waren groß, die Schüler lernwillig, dem Beach Boys- Fan (und wer ist das nicht?) wird Monster Head Room gefallen und Rosen aus Achtung und Ehrfurcht dürften mit Fug und Recht von überallher geflogen kommen. Wäre da nicht dieser leicht säuerliche Geschmack nach postmoderner Saturiertheit und bloß nostalgischem Zitat, ich wäre bereit, Monster Head Room bis in den Himmel und darüber hinaus zu loben. So aber:
8,5 von 10 Punkten
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