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Accidental
VÖ: 12.04.2010
Artistpage
Spielzeit: 50:51
Stil: Electronic/Pop
Nun also wieder ein Album mit Vorname. Und dann gleich als Auftakt einer Trilogie. Vorliegendes One One, es folgt One Club, live aufgenommen im Offenbacher Club Robert Johnson, und dann noch One Pig. Letzteres sorgte nun schon für Kontroverse mit der Peta, denen ja bekanntermaßen nix entgeht - soll es sich doch hierbei um ein Konzeptalbum um den Lebenszyklus einer Sau handeln, von der Geburt bis zum Schnitzel auf dem Teller. Alles, wie es bei Herbert nun mal so Tradition hat, untermalt von Live-Tönen des Geschehens. Da gehen die Pelzjäger natürlich auf die Barrikaden.
Aber das ist noch Zukunftsmusik, zunächst erstmal One One. Durchtitelt mit Städtenamen, handelt es sich wohl um das erste Album bei dem Matthew den Gesang übernimmt, das Fräulein Jazz-Sirene bleibt also Zuhause. Das bleibt auch der Club, denn den smoothen House-Sound, der ohne Vornamen veröffentlicht wurde, findet hier nicht statt. One One ist im Grunde ein Popalbum. Ein sehr entspanntes, bei dem die Wurzel House auch gelegentlich mal aufblitzen darf, und auch seine zweite oder erste Liebe Jazz hier und da durchschimmert, aber es dominieren leichte Rhythmen, zarte Melodien, und eben Herberts ruhiger, entspannter Gesang. Herbert wäre dabei nicht er selbst wenn es wieder allerlei Soundgetüftel gibt, natürlich organischer Natur, vorgefertigter Samples hat er sich bekanntlich abgeschworen. So tauchen immer wieder kleine Gitarren, schwirrende Drones, Piano, Flöten und sonstiges Gezuckel im Mix auf. Immer sehr geschmackvoll und meist unaufdringlich arrangiert.
Sowieso ist One One ein Album, das sich selten seiner Seichtigeit entledigt. Das pulsierende Milan lebt noch von einem schönen Trieb, Dublin freaked sich mit flockigem Afro-Beat empor, Porto lebt von etwas düsteren, verwaschenen Klangflächen, und einem Gespür von Dubstep, Palm Springs wird auch mal etwas laut, aber doch eher zerfahren. Im Gro ist das hier Pop fürs Sofa. Das gelingt bei Stücken wie Berlin und vor allem dem slow-jazzigem Valencia auch wirklich geschmacksvoll, und steckt ja subversiv voller Details, ist dann aber hier und da doch etwas zu seicht, um wirklich für Begeisterung zu sorgen, da hat der Mann schon Fesselnderes abgeliefert. Dennoch eine gute Platte. Vor allem für den Nachmittag mit einem Buch auf dem Sofa.
7 von 10 Punkten
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